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UK REACH: Neues Übergangsmodell (ATRm) – Was Unternehmen jetzt wissen müssen
Die britische Regierung (DEFRA) hat die Ergebnisse der Konsultation zum Alternative Transitional Registration Model (ATRm) für UK REACH veröffentlicht. Damit konkretisiert sich, wie künftig mit sogenannten „transitional substances“ umgegangen wird – also Stoffen, die bereits vor dem Brexit unter EU REACH registriert waren.
Für Unternehmen, die Stoffe im UK-Markt herstellen, importieren oder verwenden, ist dies eine zentrale Entwicklung mit direkten Auswirkungen auf zukünftige Registrierungsanforderungen und Kostenstrukturen.
Was ist das ATRm?
Das ATRm ist ein alternativer Ansatz zur Registrierung von Altstoffen unter UK REACH. Ziel ist es, den bisherigen, sehr datenintensiven Ansatz zu vereinfachen und gleichzeitig ein angemessenes Schutzniveau für Mensch und Umwelt sicherzustellen.
Im Fokus stehen dabei insbesondere:
- Reduzierung von Kosten und administrativem Aufwand
- Vermeidung unnötiger Doppelregistrierungen gegenüber EU REACH
- Sicherstellung einer praktikablen Umsetzung für Unternehmen
Zentrale Ergebnisse der Konsultation
Die nun veröffentlichte Regierungsantwort bringt mehr Klarheit:
1. Beibehaltung des Hazard-based Ansatzes
Das ATRm wird weiterhin auf einem Gefahrenbewertungs-Ansatz (hazard information baseline) basieren.
Das bedeutet:
Unternehmen müssen weiterhin grundlegende Stoffdaten bereitstellen, jedoch in reduziertem Umfang im Vergleich zu vollständigen REACH-Dossiers.
2. Keine zusätzlichen Anforderungen zu Verwendung und Exposition
Ein zentraler Punkt für die Industrie:
Die ursprünglich diskutierten zusätzlichen Anforderungen zu Use- und Exposure-Daten werden nicht eingeführt.
Das ist eine deutliche Entlastung für Unternehmen, da diese Daten:
- aufwendig zu erheben sind
- häufig komplexe Lieferketten betreffen
- erhebliche Kosten verursachen können
3. Mehr Planungssicherheit – aber weiterhin Handlungsbedarf
Auch wenn das Modell vereinfacht wird, bleibt klar:
Unternehmen müssen sich weiterhin aktiv mit ihren UK REACH Verpflichtungen auseinandersetzen.
Was bedeutet das konkret für Ihr Unternehmen?
Die Veröffentlichung des ATRm ist ein wichtiger Schritt – ersetzt aber nicht die Notwendigkeit, sich strategisch vorzubereiten.
Unternehmen sollten jetzt insbesondere:
- Ihr Stoffportfolio analysieren
Welche Stoffe sind von UK REACH betroffen? - Bestehende EU REACH Daten prüfen
Welche Daten können genutzt werden, wo bestehen Lücken? - Registrierungsstrategie entwickeln
Wie lässt sich der Aufwand unter dem ATRm effizient gestalten? - Ressourcen und Zeitplanung anpassen
Auch ein vereinfachtes Modell erfordert Vorbereitung
Einordnung: Fortschritt, aber kein Selbstläufer
Das ATRm ist ein klares Signal, dass die britische Regierung auf die Bedenken der Industrie reagiert hat.
Die Entscheidung, auf zusätzliche Use- und Exposure-Daten zu verzichten, reduziert die Komplexität erheblich.
Dennoch bleibt UK REACH ein eigenständiges Regime – mit eigenen Anforderungen, Fristen und Risiken.
Fazit
Mit der Veröffentlichung des ATRm gewinnt UK REACH weiter an Kontur.
Für Unternehmen bedeutet das:
- Weniger bürokratischer Aufwand als ursprünglich befürchtet
- Aber weiterhin klarer Handlungsbedarf
Wer jetzt frühzeitig analysiert und plant, kann Kosten minimieren und regulatorische Risiken vermeiden.
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